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Toxoplasmose in der Schwangerschaft - Die Katze als Übeltäter?

vonHug A Pet

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionserkrankung, die durch einen endoparasitären Einzeller namens Toxoplasma gondii ausgelöst wird. Endwirt dieses Parasits ist - laut Fachliteratur -  immer die Katze, als Zwischenwirt nutzt er in der Regel Mäuse oder andere Nagetiere. Aber dieser Erreger ist nicht “wählerisch”: ihm dienen genauso alle anderen Wirbeltiere als Zwischenwirt, auch wir Menschen. Somit gilt die Toxoplasmose als eine Zoonose.

Toxoplasma gondii vermehrt sich im Darm seines Wirtes. Die dadurch im Kot enthaltenen Eier des Erregers, sogenannte Oozysten, sind nach Ausscheidung nicht sofort infektiös.

Erst nach ca. 24 Stunden an der Luft werden diese durch den Vorgang der Sporulation ansteckend - das sind die Oozysten dann aber für mehrere Monate!

Allerdings scheidet ein Tier, das eine frische Infektion durchmacht, nur ca. 3 Wochen lang die Eier des Erregers aus. Infizierte Tiere sind also keine dauerhafte Ansteckungsquelle!

Ist meine Katze der “Übeltäter”?

Das Thema “ Toxoplasmose” wird für viele Menschen erst dann präsent und wichtig, wenn es um eine Schwangerschaft geht.

Denn eine Untersuchung auf Toxoplasmose gehört beim Menschen während einer Schwangerschaft zur Routine und wird in bestimmten Abständen wiederholt. Dabei sind viele werdende Eltern besonders besorgt, wenn sie eine oder gar mehrere Katzen als Haustier haben.

Diese Sorge ist insofern berechtigt, als dass bei einer Infektion der werdenden Mutter innerhalb der Schwangerschaft das Ungeborene starke Schäden davon tragen oder es im schlimmsten Fall (unbehandelt) sogar zu einer Fehl-/Totgeburt kommen kann.

Viele Gynäkologen erwähnen vor allem die Katze als “Übeltäter” für die Übertragung dieser Erkrankung. Das Zusammenleben bzw. der Kontakt mit einer (frisch) infizierten Katze ist zwar ein Infektionsweg, aber eben nur EINER von mehreren - und es ist noch nicht einmal der Wahrscheinlichste!

Denn nach heutigem Erfahrungsstand ist es definitiv nicht nur die Katze, die für die extreme Verbreitung und hohe Infektionsrate beim Menschen sorgt.

Katze sitzt auf einer grünen Wiese

Daher ist die entsprechende Aufklärung zu dem Hintergrund und dazu, was Sie tun können, um eine Infektion zu vermeiden, so wichtig!

Welche Symptome gibt es bei Toxoplasmose?

Im Allgemeinen herrscht aber leider gar kein besonderes Bewusstsein für bzw. Aufklärung über diesen Erreger und mögliche Infektionsquellen. Dabei kommt der Erreger weltweit und außerdem sehr häufig vor.

Das häufige Vorkommen des Erregers, aber auch das fehlende Bewusstsein über mögliche Vermeidung einer Infektion, ist vermutlich auch der Grund, warum sich so viele Menschen infizieren - ohne es zu bemerken.

Die Krankheit verläuft oftmals symptomlos bzw. ähneln die spürbaren Symptome denen eines grippalen Infektes. Müdigkeit, Mattheit oder seltener auch geschwollene Lymphknoten. Somit bleibt eine Infektion in der Regel unbemerkt bzw. wird nicht als Toxoplasmose-Infektion wahrgenommen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 2-3 Wochen.

Viele Frauen erfahren dann erst bei der bereits erwähnten Schwangerschafts-Routineuntersuchung, ob oder auch dass sie Toxoplasmose-positiv sind und irgendwann diese Erkrankung durchgemacht haben müssen. Laut Schätzungen haben sich ca. 50% aller Frauen in Deutschland schon vor der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infiziert! An sich nicht schön, jedoch ist das ungeborene Kind bei einer erneuten Infektion der Mutter durch die bereits zuvor gebildeten Antikörper vor einer Ansteckung “geschützt”. Abgesehen davon muss man aber auch erwähnen, dass die Infektionsrate während der Schwangerschaft für bis dato Toxoplasmose-negative Frauen bei nur ca. 1% liegt, die des Babys im Mutterleib wiederum bei nur 0,5%. Diese Zahlen sollen die Problematik natürlich nicht verharmlosen. Auch wenn eine Infektion heutzutage mit Medikamenten gut behandelbar ist, so ist es für die betroffenen Mütter ohne Frage eine dramatische Erfahrung, die mit großen Sorgen verbunden ist.

Doch wie kann man das Risiko einer Infektion verringern? Wie heißt es so schön: Vorsorge ist besser, als Nachsorge! Aber dazu müssen Sie ja erst einmal wissen, welche Situationen eine Gefahr mit sich bringen kann.

Wie kann ich mich mit Toxoplasmose anstecken?

Wie schon erwähnt, wird “der schwarze Peter” hier in der Regel immer noch der Katze als Haustier zugeschoben. Den meisten, die schon einmal von der Krankheit gehört haben, kommt daher zuerst die Katze in den Sinn. Das liegt eben an der fehlenden Aufklärung über aktuelle Erkenntnisse.

Es ist richtig, dass die Katze ein potenzieller Überträger ist, aber natürlich auch nur dann, wenn es eine mit Toxoplasmose infizierte Katze ist. Doch auch die Katze infiziert sich in der Regel nur durch den Zwischenwirt: die Maus, oder über die Ausscheidungen von dieser. Das wiederum lässt die Schlussfolgerung zu, dass eine Katze Freigänger sein muss, um ein erhöhtes Infektionsrisiko zu haben. Hatte Ihre Katze aber nie Freigang, bei dem sie Mäuse gefangen oder in Erde gebuddelt hat, dann ist eine Infektion schon mal deutlich unwahrscheinlicher. Aufmerksam sein sollten aber Tierhalter, die ihren Vierbeiner, egal ob Katze oder Hund, barfen (mit rohem Fleisch ernähren).

Rohes bzw. nicht ausreichend durchgegartes Fleisch, sowie sonstige Wurstwaren (außer vom Rind, Rinder sind resistent gegen Toxoplasma gondii!) oder aber ungewaschenes Obst und Gemüse sind auch beim Menschen die häufigste Infektionsquelle! Somit sind auch Nicht-Tierhalter, genauso wie Vegetarier oder aber Fleischliebhaber deutlich gefährdet sich im Laufe ihres Lebens beim Verzehr genannter Lebensmittel auf indirektem Wege mit Toxoplasmose zu infizieren.

Doch wie kommt der Erreger an mein Gemüse oder in mein Fleisch? Dies wiederum ist dem Kot zuzuschreiben, den Freigänger-Katzen oder andere infizierte Tiere gern auf Wiesen, Feldern oder in Beeten hinterlassen. Dort werden die Erreger dann z.B. von Schafen beim Fressen von Gras aufgenommen oder sie haften an dem Salat, der eventuell nicht ausreichend gewaschen auf Ihrem Teller landet.

Apropos Katzenkot: neigt Ihr geliebter Hund - wie leider sehr viele Fellnasen - zu der weniger schönen Angewohnheit Kot fremder Tiere (egal, ob von Katzen oder z.B. Schafen) zu fressen? Oder sich darin zu wälzen? Dann zählt auch er zu einem potenziellen Opfer für eine Infektion mit Toxoplasmose und wird somit möglicherweise zum Überträger!

Nicht zu vergessen ist aber außerdem nicht pasteurisierte Milch von Schafen oder Ziegen. Dies ist aber ein Genuss, von dem man auch wegen diverser anderer möglicher Krankheitsübertragungen abrät.

Bei fehlenden Hygienemaßnahmen ist eine direkte Ansteckung über eine Schmierinfektion bei der Gartenarbeit über verunreinigte Erde oder beim Säubern des Katzenklos (nur WENN Sie eine Toxoplasmose-positive Katze, die potenziell infektiösen Kot ausscheidet, haben!) möglich. Eine weitere, oft außer Acht gelassene Gefahr sind Sandkästen bzw. -flächen auf Kinderspielplätzen, da z.B. Katzen dort gerne ihr Geschäft verrichten.

Wenn man genau darüber nachdenkt, kommen letztlich sicher noch weitere Infektionswege in Frage: wir können keine Garantie auf Vollständigkeit geben. Die genannten Beispiele sollen einfach Ihr Bewusstsein schärfen, so dass Sie Ihren Umgang in entsprechenden Situation einfach etwas überdenken, ohne aber alles “schwarz zu malen”.

cat sitting on the couch

Welche Therapie bei Toxoplasmose?

Bei Menschen mit gutem Allgemeinzustand und einem mildem Verlauf ist auch nicht zwingend eine Medikation erforderlich, da die Krankheit für diese nicht gefährlich ist. Schwangere, die sich während der Schwangerschaft infizieren, oder Babys, die sich intrauterin angesteckt haben, sowie Menschen mit schwer wiegender Immunsuppression, wie z.B. HIV-Erkrankte, sollten sich jedoch dringend einer Therapie mit empfohlenen Antibiotika- und/oder Antiparasitika-Präparaten unterziehen. Dazu zählen u.a. Pyrimethamin, Sulfadiazin oder auch Clindamycin.

Wie kann ich eine Toxoplasmose Infektion vermeiden?

Um es kurz und übersichtlich zu halten, hier eine Auflistung mit Vorsorgemaßnahmen zur Verringerung des Risikos einer Toxoplasmose-Infektion:

  • gründliches Reinigen von Obst & Gemüse vor dem Verzehr

  • Gemüse, wie Karotten oder Kartoffeln, welches noch Reste von Erde anhaften hat, gesondert lagern

  • haben Sie ungewaschenes Gemüse/Obst oder rohes Fleisch berührt, so waschen Sie sich gründlich die Hände

  • Verzehr von Fleisch, besonders Lamm, nur in durchgegartem Zustand (empfohlene Kerntemperatur: min. 50°C)

  • Verzehr von nicht pasteurisierter Milch vermeiden

  • füttern Sie hier Haustier mit Rohfleisch, so reinigen Sie nach jeder Mahlzeit die Näpfe und das Equipment, mit dem Sie das Futter zubereitet haben, sehr gründlich

  • tragen Sie bei Gartenarbeit Handschuhe und waschen Sie sich danach gründlich die Hände mit Wasser und Seife, dies gilt genauso für Kontakt mit Tierkot, z.B. nach dem Reinigen der Katzentoilette

  • Reinigen Sie die Katzentoilette sehr regelmäßig, optimalerweise täglich, mit heißem Wasser (Schwangere sollten diese Aufgabe im besten Fall an andere Personen abgeben)

  • nach dem man ein Tier gestreichelt hat, sollte man es generell vermeiden, die Hände Richtung Gesicht, speziell Mund, zu nehmen, waschen Sie sich zuvor gründlich die Hände

Wie Sie lesen konnten, ist eine der Hauptmaßnahmen eine gewisse Hygiene, die man aber regulär auch in Bezug auf andere Erkrankungen einhalten sollte.

Um eine Lanze für Ihre Katze zu brechen: bei einer potenziellen Schwangerschaft aus Sorge über eine Toxoplasmose-Infektion eine Abgabe des eigenen Haustieres in Erwägung zu ziehen, ist sicherlich nicht die richtige Maßnahme! Das “normale Leben” birgt sicherlich mehr Risiko für eine solche Infektion. Wollen Sie dennoch auf Nummer sicher gehen? Eine Laboruntersuchung des Kotes und/oder Blutes Ihres Tieres wird Aufschluss geben.

Eine Beratung zum Thema Toxoplasmose und auch die Entnahme nötiger Proben für weitere Diagnostik sind problemlos im Hausbesuch möglich - buchen Sie jetzt ganz einfach online oder telefonisch Ihren Termin!

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