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Obst und Gemüse für Hund und Katze - kann das gesund sein?

vonJohanna Esser

Gemüse und Obst versorgen Hunde mit Ölen, Enzymen und Vitalstoffen. Katzen sind im Gegensatz zu Hunden fast reine Fleischfresser. Wie aber auch Hunde, haben Katzen ihren eigenen Bedarf an Gemüse und Obst. Manche brauchen mehr, andere brauchen weniger. Je nach Art ihrer Ernährung, sind aber auch Katzen auf die Zufuhr von pflanzlichen Ballaststoffen angewiesen.

Hier erfahren Sie, wie Sie den Speiseplan Ihres Vierbeiners mit Obst und Gemüse abwechslungsreich aufpeppen, welche Obst- und Gemüsesorten Sie füttern dürfen und was futtertechnisch tabu ist.

Regional und saisonal

Obst und Gemüse sind für Hunde und Katzen eine gesunde und abwechslungsreiche Nahrungsergänzung. Entscheidend ist, wie auch bei unserer Ernährung, dass die ausgewählten Obst- und Gemüsesorten frisch und möglichst regional und saisonal gekauft werden. 

Chicorée und Feldsalat zählen beispielsweise zu den typischen Wintersalaten und versorgen nicht nur Zweibeiner, sondern auch Vierbeiner mit Kalium, Eisen, Folsäure, B-Vitaminen und Vitamin C. Auch Knollensellerie ist eine schmackhafte Alternative und kann frisch geraspelt werden. 

Vorsicht bei Kohl & Co.

Während Chinakohl, Kohlrabi und Blumenkohl bzw. Romanesco in kleinen Mengen (ca. 25 g pro 10 kg) auch roh für den Hund verträglich sind, sollten Sie Hartkohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl und Wirsing allenfalls gekocht anbieten. Letztere enthalten in größeren Mengen bestimmte Zuckerstoffe (Rhamnose, Stachyose, Raffinose), die im Dünndarm nicht verwertet, sondern erst im Dickdarm durch die dort ansässigen Bakterien zersetzt werden. Weicher Kot kann dann die Folge sein.

Gedünstet oder blanchiert ist Kohl für Hund und Katze bekömmlicher, dennoch sollten Sie anfangs mit nur kleinen Mengen testen, ob und wie viel Ihr Vierbeiner davon verträgt. Weitere Gemüsesorten, die aufgrund ihrer Lagerfähigkeit gut zu verwenden sind, sind Kürbis und Wurzelgemüse wie Rote Bete, Möhren und Pastinake.

 Hund mit Obst und Gemüse (©Johanna Esser)

Absolut verboten

Keinesfalls gefüttert werden sollten Knoblauch sowie andere Lauchgewächse. Zudem sollten weder Zwiebeln noch Avocado auf dem Speiseplan landen. Lauch- und Zwiebelgewächse enthalten Stoffe, die die roten Blutkörperchen zerstören, Avocado enthält das für Hund und Katze unverträgliche Persin, welches zu Durchfall und Erbrechen führen kann. 

Vielfältiges Angebot

Bedingt durch moderne Lagerhaltung und globalen Handel sind viele der sogenannten Sommergemüse inzwischen aber auch ganzjährig verfügbar – und das sogar in Bioqualität. Neben diversen Blattsalaten und Küchenkräutern (Petersilie, Kresse usw.) sind Möhren, Gurke, Zucchini und Fenchel sowie Spinat und Mangold zuverlässig im Gemüseregal vorzufinden und als grüne Beilage zur Hunde- bzw. Katzenkost bestens geeignet. Gleiches gilt für Tomaten und Paprika, die in ausgereiftem Zustand ebenfalls den Speiseplan bereichern dürfen. Denn das diesen Nachtschattengewächsen eigene Zellgift Solanin ist nur in grünen Pflanzenteilen (Strunk bzw. Stielansatz entfernen!) und unreifen Früchten enthalten.

Hülsenfrüchte & Co.

Bei Hülsenfrüchten wie Gartenbohnen oder Erbsen muss hingegen meist auf Tiefkühlkost zurückgegriffen werden. Diese dürfen jedoch aus den gleichen Gründen, wie sie für die Hartkohlsorten bereits genannt wurden, nur gekocht in den Hunde- bzw. Katzenmagen. Auch hier gilt es zudem, die individuelle Verträglichkeit zu testen.

Fruchtige Abwechslung

Frisches Obst, besonders Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen sind als Fruchtzulage für Hunde zwar durchaus geeignet, aber meistens nur saisonal verfügbar. Äpfel können dagegen über den Winter gut eingelagert werden und stehen deshalb auch im Winter als heimische Obstsorte zum Verkauf. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Obstkerne oder -steine, insbesondere wenn die Gefahr der Zerkleinerung besteht (z.B. beim Pürieren), vor der Verfütterung unbedingt entfernt werden müssen, damit Ihr Vierbeiner diese gar nicht erst aufnehmen kann. Darin enthalten ist Blausäure, ein hochwirksames Gift, das die Zellatmung irreversibel stört. Auch sollte auf Weintrauben und ihre getrocknete Form, die Rosinen, verzichtet werden. Denn sie stehen im Verdacht bei Hunden Nierenschäden zu verursachen.

Katze sitzt auf dem Sofa

Besonders lecker

Besonders lecker, zudem reich an Antioxidantien sind verschiedene Beerenarten wie Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Blau- bzw. Heidelbeeren und Brombeeren. Diese sind im Winter jedoch allenfalls als Tiefkühlware erhältlich. Ein reiches Angebot besteht hingegen an verschiedenen exotischen Früchten. Reife Bananen werden von Hunden oftmals sehr gerne angenommen. Neben Kalium und Magnesium enthalten sie aber auch viel Saccharose und zählen deshalb zu den kalorienreicheren Obstsorten. Melonen und reife Mangos können dagegen auch an etwas schwergewichtigere Vierbeiner verfüttert werden. Gleiches gilt für Ananas, Kiwis und die verschiedenen Zitrusfrüchte, allerdings stoßen diese aufgrund ihres Säuregehalts bei den meisten Hunden eher auf vornehme Zurückhaltung.

Gesund – nein Danke?

Doch ganz gleich wie groß die Auswahl auch ist – frisches Obst und Gemüse findet nicht bei allen Vierbeinern gleichermaßen Anklang. Das gilt in besonderem Maße für Katzen, doch auch unter Hunden sind durchaus mäkelige Fresser zu finden. Darum hier ein paar Tipps, wie Sie Ihren Vierbeiner behutsam an die „Gesundfütterung“ heranführen können: Beginnen Sie mit geringen Mengen, bis sich Ihr Vierbeiner und seine Verdauung an die pflanzliche Kost gewöhnt haben. Bei guter Akzeptanz und Verträglichkeit können Sie die Obst- und Gemüsezulage dann langsam steigern. Ein hoher Anteil an beiden Komponenten sorgt für eine ansehnliche Futtermenge, ohne jedoch zusätzliche Kalorien beizusteuern. Gerade bei zu Übergewicht neigenden Tieren erweist sich dieser Umstand als überaus vorteilhaft.


Unser Tipp: Haushaltsreibe und Pürier-Stab nutzen!

Eine Zerkleinerung mittels Haushaltsreibe oder Pürier-Stab ist in zweierlei Hinsicht sinnvoll: Zum Einen lässt sich die evtl. unliebsame Zutat so schlechter wieder aussortieren, zum Anderen wird auf diese Weise auch gleich die Aufnahme der wasserlöslichen Vitamine und die Verdaulichkeit der Ballaststoffe im Darm verbessert. Vor allem Gemüse stößt oftmals auf bessere Akzeptanz, wenn Sie die Raspeln mit kochendem Wasser übergießen und für etwa 10 Minuten stehen lassen.


Nur gekocht verfüttern

Daneben ist natürlich unbedingt zu beachten, dass bestimmtes Gemüse nur gekocht verfüttert werden sollte. Neben den oben bereits erwähnten Kohlsorten und Hülsenfrüchten gilt das auch für stärkereiches Gemüse wie Kartoffeln oder Mais. Kochen Sie diese mindestens 15 Minuten länger als für den Eigenbedarf, damit die enthaltene Stärke aufgeschlossen und für Ihren Vierbeiner als Energieträger verwertbar wird.

Wenn es schnell gehen muss

Wenn es mal schnell gehen muss, sind Obst- und Gemüseflocken eine praktische Alternative. Diese einfach für 5 Minuten in der dreifachen Menge an Wasser einweichen und dann unter die Ration mischen.

Gemüselos glücklich

 Und sollten Sie Ihrem Vierbeiner trotz aller Bemühungen das „Grünzeug“ nicht schmackhaft machen können, so besteht dennoch kein Anlass zur Sorge: Entgegen vielen Behauptungen trägt die Gemüsefütterung nur einen sehr geringen Anteil zur Vitamin- und Mineralstoffversorgung von Hund und Katze bei. Entscheidend ist vielmehr, dass sie der Ration die für eine geregelte Verdauung notwendigen Ballaststoffe beisteuert. Diese lassen sich im Fall der Fälle aber auch durch geschmacksneutrale Pulver ergänzen. Ballaststoffe zur Anregung der Darmtätigkeit liefern beispielsweise Kleie, gemahlene Flohsamen oder Zellulosepulver. Fermentierbare Fasern gelten als Präbiotika und lassen sich in Form von Apfeltrester und Topinamburpulver ergänzen.

Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch, dass bei vielen Vierbeinern bestimmte Gemüse- und Obstsorten so beliebt sind, dass sie sogar als Leckerli gereicht werden können. Probieren Sie es aus!

© HUG A PET

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